Einführung
Partizipative Entscheidungsprozesse sind ein relativ junges Phänomen, dennoch gibt es schon gut ausgearbeitete Leitfäden (z.B. Standards der Öffentlichkeitsbeteiligung). Sie enthalten idealtypische Abläufe und praktische Beispiele, die Sie anlassbezogen abwandeln können. Der zentrale Punkt ist es, auf Chancengleichheit aller Beteiligten zu achten. Das ist noch keine Geling-Garantie, aber eine wichtige Voraussetzung.
Charakteristisch für das Wiener-Modell der ersten zehn Jahre ist sein „bottom up“-Ansatz. D.h. dass die Themen von den BürgerInnen ausgewählt werden. Sie bilden Projektgruppen und arbeiten weitgehend selbstorganisiert. Dabei werden sie von den LA 21-MitarbeiterInnen beraten und mit den EntscheidungsträgerInnen aus Politik und Verwaltung vernetzt. Dementsprechend liegt der Methodenschwerpunkt auf der Aktivierungs- und Projektarbeit von und mit BezirksbewohnerInnen.
Für die Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung wurden Strukturen aufgebaut und Regeln entwickelt. Beides kann im Qualitätshandbuch nachgelesen werden (insbesondere in den Kapiteln „Die Steuerungsgruppe“ und „Rolle der Bezirkspolitik in der LA 21“).
Dem „bottom up“-Ansatz liegt die Idee zu Grunde, dass eine nachhaltige Veränderung nur funktioniert, wenn sie von einer breiten Basis selbst entwickelt und getragen wird. Dieses Prinzip ist für uns nach wie vor unhinterfragt. Die zehnjährige Erfahrung hat uns aber auch gezeigt, dass es auch eine aktive Politik und Verwaltung braucht. Daher haben wir das Modell mit einer „top down“-Schiene 2009 ergänzt, bei der die PolitikerInnen aktiv werden sollen. Wir sind zu der Einsicht gelangt, dass beide Ansätze („bottom up“ und „top down“) ineinander greifen müssen. Den Hintergrund dieser Überlegungen können Sie in den vergleichenden Diplomarbeiten sowie im Weiterentwicklungskonzept "AGENDA plus Alsergrund" nachlesen.
Grundlagen zum Downloden:
- Broschüre „Standards der Öffentlichkeitsbeteiligung“ (2008)
- Qualitätshandbuch „ Das Wiener Modell der Lokalen Agenda 21“ (2008)
- Diplomarbeit „Lokale Agenda 21 - Handlungsvorschläge zur Weiterführung in Wien“ mit Vergleich Wien - Berlin (2006)
- Diplomarbeit „Die Umsetzung der Lokalen Agenda 21 in Wien und Rom“ (2007)
- Konzept "AGENDA plus Alsergrund - Entwicklungsoptionen der Lokalen Agenda 21 für den neunten Bezirk" (2008)
- Synthesebericht „Agenda Margareten 2003-2009“
